
Europa ist ein zentraler Bestandteil des schulischen Bildungsauftrags in Niedersachsen. Das Niedersächsische Schulgesetz betont ausdrücklich die Entwicklung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern auf der Grundlage des europäischen Humanismus sowie demokratischer und sozialer Werte. Zugleich sollen junge Menschen befähigt werden, den Gedanken der Völkerverständigung zu verstehen, zu unterstützen und eine gemeinsame Zukunft der europäischen Völker aktiv mitzugestalten.
Damit wird deutlich: Europäische Bildung ist kein Zusatz, sondern ein verbindlicher Auftrag von Schule und Lehrkräfteausbildung. Lehrkräfte tragen eine Schlüsselrolle dabei, europäische Werte, Perspektivenvielfalt und demokratisches Handeln im schulischen Alltag erfahrbar zu machen.
Europa wird dabei nicht nur als politischer oder geografischer Raum verstanden, sondern als gemeinsamer Erfahrungs- und Gestaltungsraum. Besonders wirksam wird europäische Bildung durch persönliche Begegnungen, Kooperationen und Projekte über nationale Grenzen hinweg. Solche Erfahrungen fördern Offenheit, Empathie und interkulturelle Kompetenz – Fähigkeiten, die für Schule und Gesellschaft heute unverzichtbar sind.
Das Europa-Engagement unseres Studienseminars knüpft genau hier an: Es schafft Lerngelegenheiten, in denen angehende Lehrkräfte Europa praktisch erleben, reflektieren und für ihre zukünftige Unterrichts- und Bildungsarbeit nutzbar machen können.
Vom Foyer bis in die Bibliothek: Europa wird gelebt an unserem Seminar. Fotos: Ulrichs
Das Studienseminar Leer wurde 2024 für seine Aktivitäten in der Europabildung bei einer Feierstunde in Osnabrück gewürdigt. Staatssekretär Marco Hartrich vom Niedersächsischen Kultusministerium dankte Fachleiterin Melanie Rolfes und dem stellvertretenden Seminarleiter Stefan Ulrichs für das Europa-Engagement der Leeraner Ausbildungseinrichtung. Das Engagement der ausgezeichneten Bildungseinrichtungen sei beeindruckend, betonte Hartrich. „Europaschule zu werden oder eine der anderen Auszeichnungen zu erhalten, ist nicht einfach. Es bedarf eines klaren europäischen und interkulturellen Profils.“