Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit im Fremdsprachenunterricht? Wie kann Demokratieförderung in den Fächern Englisch, Niederländisch und Deutsch gelingen? Und inwiefern wird Mehrsprachigkeit als Chance genutzt? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigten sich Studierende aus den Niederlanden gemeinsam mit Referendarinnen und Referendaren des Studienseminars Leer im Rahmen eines zweitägigen länderübergreifenden Seminars.
Die Gäste aus den Niederlanden, begleitet von ihren Dozentinnen Doris Abitzsch (Universität Utrecht) und Sabine Jentges (Universität Nijmegen), waren eingeladen, aktuelle Themen der Fremdsprachendidaktik zu diskutieren und Einblicke in die Unterrichtspraxis vor Ort zu gewinnen. Organisiert wurde die Veranstaltung auf deutscher Seite von den Fachseminaren Englisch und Niederländisch unter der Leitung von Doris Goemann und Stefan Ulrichs. Ziel war es, den Austausch zwischen angehenden Lehrkräften beider Länder zu fördern und unterschiedliche Perspektiven auf zentrale Herausforderungen des Fremdsprachenunterrichts sichtbar zu machen.

Den Auftakt bildete ein gemeinsames Seminar, das mit einem lerneraktivierenden, mehrsprachigen Einstieg („Menschenbingo“) begann. In gemischten Gruppen arbeiteten die Teilnehmenden anschließend zu drei zentralen Themenfeldern: Demokratieförderung, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Mehrsprachigkeit.
Dabei wurde nicht nur erörtert, welche Rolle diese Themen in den jeweiligen Lehrplänen spielen, sondern auch, wie sie konkret im Unterricht umgesetzt werden können. Die Gruppen entwickelten Unterrichtsideen, tauschten Erfahrungen aus und präsentierten ihre Ergebnisse in kurzen Inputvorträgen.
Darüber hinaus wurden auch strukturelle Fragen diskutiert – etwa Unterschiede zwischen den Bildungssystemen, der Umgang mit Lehrkräftemangel sowie die Ausbildung angehender Lehrkräfte in beiden Ländern.
Besonders bereichernd war die Vielfalt der Perspektiven: Die niederländischen Studierenden studieren unterschiedliche Fächer und kommen aus verschiedenen Ländern, darunter die Niederlande, Luxemburg und Kanada. Auch auf deutscher Seite brachten die Teilnehmenden vielfältige fachliche Hintergründe sowie Erfahrungen aus unterschiedlichen Universitäten, Schulen und Schulformen ein.
Dieser internationale und interdisziplinäre Austausch ermöglichte es, die behandelten Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und neue Impulse für die eigene Unterrichtspraxis zu gewinnen.

Der zweite Tag stand im Zeichen der Praxis. Am Teletta-Groß-Gymnasium, einer Ausbildungsschule des Studienseminars Leer, hospitierten die Teilnehmenden in verschiedenen Unterrichtsstunden der Fächer Englisch, Niederländisch, Französisch und Deutsch. Im Anschluss wurden die Beobachtungen gemeinsam reflektiert und diskutiert. Der direkte Einblick in den Schulalltag bot dabei eine wertvolle Ergänzung zu den theoretischen Inhalten des Vortages.
Neben den fachlichen Programmpunkten bot die Veranstaltung auch Raum für persönlichen Austausch. Bei einem gemeinsamen Arbeitsessen standen Erfahrungen aus Studium, Unterrichtspraxis und Vorbereitungsdienst im Mittelpunkt. Abgerundet wurde das Seminar durch einen Einblick in die ostfriesische Teekultur im Teemuseum – ein kultureller Abschluss, der den internationalen Gästen die Region näherbrachte.
Die Organisatorinnen und Organisatoren zogen ein durchweg positives Fazit. „Die Auseinandersetzung mit den Themen Nachhaltigkeit, Demokratieförderung und Mehrsprachigkeit war intensiv und durch den internationalen Austausch multiperspektivisch“, so Fachleiter Stefan Ulrichs. Gefördert wurde das länderübergreifende Seminar durch Mittel des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ sowie der Nederlandse Taalunie. (RED)