Die Sommerexkursion führte das Fachseminar Niederländisch heute zu zwei gleichermaßen inspirierenden Lernorten in den Niederlanden: in das ehemalige Kolonie- und Gefängnisdorf Veenhuizen sowie in die Stadt Groningen. Im Mittelpunkt stand die Frage, inwieweit außerschulische Lernorte Impulse für einen lebendigen und kompetenzorientierten Niederländischunterricht geben können.
Im Gevangenismuseum Veenhuizen begaben sich die Referendarinnen und Referendare auf eine Spurensuche durch ein besonderes Kapitel niederländischer Sozial- und Justizgeschichte. Das Museum befindet sich in einem ehemaligen Anstaltsgebäude der sogenannten „Kolonien der Wohltätigkeit“ (Maatschappij van Weldadigheid), die im 19. Jahrhundert gegründet wurden, um Armut durch Arbeit und Disziplin zu bekämpfen. Veenhuizen entwickelte sich später zu einem geschlossenen Anstaltsdorf mit mehreren Gefängnissen – bis heute ist der Ort durch den Justizvollzug geprägt.
Bei der Besichtigung der Dauerausstellung wurden zentrale Fragen nach Armut, sozialer Kontrolle, Strafe und Resozialisierung thematisiert. Besonders eindrücklich waren biografische Zugänge über Einzelschicksale von Insassen, die sich für einen personenbezogenen, narrativen Unterrichtsansatz anbieten.

Ein Schwerpunkt der Exkursion lag auf der didaktischen Erprobung museumspädagogischer Materialien. Die Teilnehmenden prüften Aufgabenformate, interaktive Stationen und digitale Angebote des Museums auf ihre Einsetzbarkeit im Niederländischunterricht der Sekundarstufe. Diskutiert wurde unter anderem, wie sich Themen wie „Recht und Gerechtigkeit“, „Armut im 19. Jahrhundert“ oder „Strafvollzug im Wandel“ sprachsensibel und binnendifferenziert aufbereiten lassen.
Ein besonderes Highlight war die Führung durch eines der noch erhaltenen Gefängnisgebäude in Veenhuizen. Die authentische Atmosphäre der Zellen und Gemeinschaftsräume eröffnete intensive Gespräche über Haftbedingungen früher und heute sowie über ethische Fragestellungen rund um Strafe und Menschenwürde.
In der lebendigen Universitätsstadt Groningen beeindruckte zunächst das Forum Groningen, ein 2019 eröffnetes, markantes Gebäude im Stadtzentrum. Mit seiner terrassenförmig aufsteigenden Architektur, offenen Treppenlandschaften und vielfältigen Nutzungsbereichen (Bibliothek, Kino, Ausstellungsflächen, Veranstaltungsräume) versteht sich das Forum als „Haus für die Zukunft“.
Bei der Erkundung des Gebäudes diskutierten die Teilnehmenden die Rolle moderner Kulturzentren als Orte informellen Lernens. Die Verbindung von Bibliothek, digitalen Angeboten, Ausstellungen und öffentlichem Begegnungsraum bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für projektorientierte Unterrichtsvorhaben, etwa zu Themen wie „Stadtentwicklung“, „Architektur und Identität“ oder „Mediennutzung in den Niederlanden“.
Der Ausblick von der Dachterrasse auf die Stadt Groningen bot zudem Gelegenheit, landeskundliche Aspekte zur Region und zur Bedeutung Groningens als Studierendenstadt in den Unterrichtskontext einzuordnen.

In der lebendigen Universitätsstadt Groningen beeindruckte zunächst das Forum Groningen, ein 2019 eröffnetes, markantes Gebäude im Stadtzentrum. Mit seiner terrassenförmig aufsteigenden Architektur, offenen Treppenlandschaften und vielfältigen Nutzungsbereichen (Bibliothek, Kino, Ausstellungsflächen, Veranstaltungsräume) versteht sich das Forum als „Haus für die Zukunft“.
Bei der Erkundung des Gebäudes diskutierten die Teilnehmenden die Rolle moderner Kulturzentren als Orte informellen Lernens. Die Verbindung von Bibliothek, digitalen Angeboten, Ausstellungen und öffentlichem Begegnungsraum bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für projektorientierte Unterrichtsvorhaben, etwa zu Themen wie „Stadtentwicklung“, „Architektur und Identität“ oder „Mediennutzung in den Niederlanden“.
Der Ausblick von der Dachterrasse auf die Stadt Groningen bot zudem Gelegenheit, landeskundliche Aspekte zur Region und zur Bedeutung Groningens als Studierendenstadt in den Unterrichtskontext einzuordnen.
Ein weiterer Programmpunkt war das im Forum beheimatete Museum Storyworld, das sich Comics, Animation und Games widmet. Storyworld zeigt Originalzeichnungen, Skizzenbücher, Storyboards und digitale Installationen und macht kreative Prozesse hinter bekannten Comic- und Animationsfiguren sichtbar.
Die Ausstellung verdeutlicht, welche Bedeutung die Niederlande im internationalen Comic- und Animationsbereich haben und wie visuelles Erzählen funktioniert. Besonders gewinnbringend für den Unterricht erwiesen sich die interaktiven Stationen, an denen Besucherinnen und Besucher selbst Figuren entwerfen, Bewegungsabläufe nachvollziehen oder Erzählstrukturen analysieren können.
Im Rahmen der Exkursion erprobten die Referendarinnen und Referendare ausgewählte Aufgabenformate und reflektierten, wie sich Comics und Graphic Novels produktiv im Fremdsprachenunterricht einsetzen lassen – etwa zur Förderung narrativer Kompetenzen, kreativen Schreibens oder zur Schulung des Leseverstehens multimodaler Texte.

Ein weiterer Programmpunkt war das im Forum beheimatete Museum Storyworld, das sich Comics, Animation und Games widmet. Storyworld zeigt Originalzeichnungen, Skizzenbücher, Storyboards und digitale Installationen und macht kreative Prozesse hinter bekannten Comic- und Animationsfiguren sichtbar.
Die Ausstellung verdeutlicht, welche Bedeutung die Niederlande im internationalen Comic- und Animationsbereich haben und wie visuelles Erzählen funktioniert. Besonders gewinnbringend für den Unterricht erwiesen sich die interaktiven Stationen, an denen Besucherinnen und Besucher selbst Figuren entwerfen, Bewegungsabläufe nachvollziehen oder Erzählstrukturen analysieren können.
Im Rahmen der Exkursion erprobten die Referendarinnen und Referendare ausgewählte Aufgabenformate und reflektierten, wie sich Comics und Graphic Novels produktiv im Fremdsprachenunterricht einsetzen lassen – etwa zur Förderung narrativer Kompetenzen, kreativen Schreibens oder zur Schulung des Leseverstehens multimodaler Texte.

Reflexion und Austausch
Beim gemeinsamen Abschlussgespräch, an dem auch ehemalige Referendarinnen und Referendare teilnahmen, wurden die Eindrücke des Tages zusammengeführt. Im Zentrum stand erneut die Frage, wie außerschulische Lernorte dazu beitragen können, sprachliche, interkulturelle und mediale Kompetenzen im Niederländischunterricht zu fördern.
Deutlich wurde: Ob Sozialgeschichte im ehemaligen Gefängnisdorf Veenhuizen oder zeitgenössische Medienkultur im Forum Groningen – beide Lernorte eröffnen authentische Zugänge zur niederländischen Gesellschaft und regen dazu an, Unterricht über das Klassenzimmer hinaus zu denken.
Wie bereits im Vorjahr wurde die Sommerexkursion des Fachseminars Niederländisch durch Fördermittel der Nederlandse Taalunie ermöglicht. Die Taalunie („Sprachunion“) ist eine internationale amtliche Organisation der Niederlande, Flanderns inklusive der Region Brüssel-Hauptstadt, Surinames sowie der drei karibischen Länder Aruba, Curaçao und Sint Maarten. Sie setzt sich für die niederländische Sprache, Literatur und den Niederländischunterricht – auch in Nachbarländern wie Deutschland – ein. (RED)