Seit 2009 befindet sich das Studienseminar im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.
Seit 2009 befindet sich das Studienseminar im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.

Studienseminar Leer für das

Lehramt an Gymnasien

Bürgerm.-Ehrlenholtz-Str. 15

26789 Leer (Ostfriesland)

Tel. (0491) 4545228-0

Fax (0491) 4545228-7

E-Mail:

Poststelle@seminar-ler-lgym.Niedersachsen.de

Öffnungszeiten:

 

Montag bis Donnerstag:

08.00 - 17.00 Uhr

 

Freitag:

08.00 - 12.00 Uhr

 

In den nieders. Schulferien ist die Verwaltung von 8.00 bis 12.00 Uhr besetzt.

Zur internen Arbeitsplattform
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Allgemeines zur Ausbildung am Studienseminar Leer

Schulen gehören seit etwas mehr als vier Jahrtausenden zur Geschichte der Menschheit. Was man im alltäglichen Leben nicht ohne weiteres lernt, was aber seit dem Altertum mehr und mehr als zu lernen gilt, bedarf eines eigenen Lernorts – der Schule. Dort finden sich Schülerinnen und Schüler, die etwas lernen, die etwas sich aneignen wollen, und Lehrerinnen und Lehrer, die etwas lehren, die etwas vermitteln sollen.

 

Also lautet ein Beschluss:

Dass der Mensch was lernen muss. –

– Nicht allein das A-B-C

Bringt den Menschen in die Höh’;

Nicht allein im Schreiben, Lesen

Übt sich ein vernünftig Wesen;

Nicht allein in Rechnungssachen

Soll der Mensch sich Mühe machen;

Sondern auch der Weisheit Lehren

Muss man mit Vergnügen hören. –

Dass dies mit Verstand geschah,

War Herr Lehrer Lämpel da. –

 

Da Lehr-Lern-Prozesse systematisch und wirkungsvoll zu sein und nach Wilhelm Busch „mit Verstand zu geschehen“ haben, da die Organisation von Lehr-Lern-Prozessen auch nicht ganz einfach ist, absolvieren Lehrkräfte eine umfangreiche, eine akademische Ausbildung.

 

Ausbildungseinrichtungen für angehende Lehrkräfte sind die Universitäten, die Studienseminare und die Schulen selbst. Das Studienseminar Leer für das Lehramt an Gymnasien gibt es seit fast 50 Jahren. Am 1. August 1969 nahm es seine Tätigkeit in Emden auf. Von 1977 bis 2009 war es in der Evenburg in Leer-Loga untergebracht – nun befindet es sich im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.

 

Das Studienseminar Leer profitiert von seiner Innenstadtlage sowie den Vorzügen des modernen Gebäudes. Freundliche Seminarräume und eine zeitgemäße Medienausstattung bieten günstige Arbeitsbedingungen.

 

Die Struktur der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern in Deutschland ist eine weltweite Besonderheit. Die Ausbildung ist zweiphasig, mit einer ersten Phase in einem vorwiegend auf fünf Jahre angelegten Bachelor-Master-Studium und einer zweiten Phase in einem zumeist 18-monatigen Vorbereitungsdienst und einer Staatsprüfung als Abschluss. Diese Ausbildung in den getrennten Institutionen Universität und Studienseminar ist durch eine zwei Jahrhunderte lange Entstehungs-, Entwicklungs- und auch Erfolgsgeschichte und zugleich durch einen kontinuierlichen Wandel geprägt.

 

Die universitäre Phase dient dem Wissensaufbau in den Fachwissenschaften, den Fachdidaktiken und den Bildungswissenschaften. Integriert sind gewisse Praxisphasen. Bestimmend für den Vorbereitungsdienst ist der Aufbau einer umfassenden beruflichen Handlungskompetenz im Tätigkeitsfeld selbst.

 

Die erste Phase findet an ungleichmäßig verteilten Hochschulstandorten statt, die zweite an recht systematisch verteilten Studienseminarstandorten mit teilweise weitflächigen Einzugsbereichen der so genannten Ausbildungsschulen. Erklärte Absicht zur Verankerung der Ausbildung in der Fläche ist es, die Verbindung von den Hochschulen zu den Schulen und somit Innovation und Wissenstransfer sowie die Unterrichtsversorgung insbesondere peripher gelegener Schulen über die Lehrerausbildungseinrichtungen der zweiten Phase sicherzustellen.

 

Für die zweite Phase der gymnasialen Lehrerausbildung gibt es in ganz Niedersachsen 18 Studienseminare, davon fünf im ehemaligen Bezirk Weser-Ems, nämlich in Leer, Meppen, Oldenburg, Osnabrück und Wilhelmshaven.

 

Das Studienseminar Leer ermöglicht die Ausbildung in den Schulfächern Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Latein, Griechisch, Musik, Geschichte, Politik-Wirtschaft, Evangelische Religion, Mathematik, Chemie, Biologie, Informatik und Sport.

 

Es gibt Zusatzangebote für bilingualen Unterricht, für informations- und kommunikations-technologische Medienpädagogik und für Interkulturelle Bildung mit dem Schwerpunkt Deutsch als Zweit- und Bildungssprache. Ein spezifisches Profil erhält die Ausbildung in Leer durch regelmäßige Formen teilnehmender Beobachtung in anderen Schulen, Schulformen, Alternativschulen nicht nur im eigenen Umfeld. Denn jedes Jahr findet eine Exkursion in ein anderes europäisches Land statt.

 

Das Studienseminar Leer hat mit der europäischen Dimension ein Essential in sein Selbstverständnis aufgenommen, um auf hervorgehobene Weise den europäischen Gedanken zu fördern. Es widmet sich dem Thema Europa zum einen durch besondere Förderung von kommunikativer und interkultureller Kompetenz in den Fremdsprachen, zum anderen durch Europa-Tagungen im benachbarten Ausland mit dem Schwerpunkt Schule in Europa und des weiteren durch niederländisch-deutsche Kooperationsprojekte.

 

Für jedes Fach ist mindestens eine Fachleiterin bzw. ein Fachleiter zuständig. Sie alle unterrichten auch selbst an den verschiedenen Ausbildungsschulen im Seminarbezirk. Ausbildungsschulen sind das Teletta-Groß-Gymnasium und das Ubbo-Emmius-Gymnasium in Leer, in Emden das Max-Windmüller-Gymnasium und das Johannes-Althusius-Gymnasium, das Auricher Gymnasium Ulricianum sowie die Integrierte Gesamtschule Aurich-West, das Ulrichsgymnasium in Norden, die Gymnasien in Papenburg und Rhauderfehn, das Albertus-Magnus-Gymnasium in Friesoythe, das Gymnasium Westerstede und die Freie Christliche Schule Ostfriesland in Moormerland.

 

Diesen Schulen sind die Studienreferendarinnen und -referendare zugeordnet; dort findet ihre Ausbildung statt, insbesondere im Unterrichten, teils von Mentoren begleitet, teils in eigener Verantwortung.

 

Das Studienseminar Leer umfasst derzeit mehr als 120 Personen: 2 in der Seminarleitung, 2 in der Verwaltung und in der Bibliothek, 25 im Ausbildungskollegium und mehr als 90 auszubildende Referendarinnen und Referendare sowie berufsbegleitend zu qualifizierende Lehrkräfte.

 

Ein Seminar in einer Randlage ist ganz besonders auf eine reichhaltige Bibliothek und andere Hilfsmittel angewiesen. Mehr als 12.500 Bände umfasst im Augenblick die Seminarbibliothek; abonniert sind etwa 45 Fachzeitschriften. Das ist ein erfreulicher Fundus vor Ort.

 

Aktuelle und absehbare Umstände bestimmen die weitere Entwicklung der zweiten Phase der Lehrerausbildung. Zu ihnen gehören der durch nationale und internationale Studien festgestellte und keineswegs geringe Qualitätsverbesserungsbedarf im beinahe gesamten Bildungswesen, die hohen beruflichen Anforderungen in Schule und Unterricht mit starkem gesellschaftlichen Veränderungsdruck (als Stichworte seien nur Diversität und Inklusion sowie Interkulturalität und Internationalität genannt), die Vermittlung evidenzbasierten Professionswissens, die Anpassung an die Veränderungen durch die Verkürzung der Lehrerausbildungszeit, ein Wandel in den Prüfungsanforderungen sowie der Prozess zunehmender Eigenverantwortung staatlicher Institutionen hin zu einer zeitgemäßen Governance mit vermehrter Rechenschaftspflicht, Verantwortlichkeit und Transparenz.

 

Das Berufsfeld ist insgesamt geprägt durch ein besonderes Theorie-Praxis-Verständnis, durch ein wissenschaftsgeleitetes Handeln mit öffentlicher Legitimationsverpflichtung. Das berufliche Handeln von Lehrerinnen und Lehrern ist anspruchsvoll, bedeutungsvoll und verantwortungsvoll. Die hochqualifizierte Tätigkeit in dieser Profession ist bestimmt durch die nicht auflösbare Einheit von einer an Theorie, Wissenschaft und Forschung orientierten Reflexionskompetenz und einer an Praxis, Berufsfähigkeit und Berufstüchtigkeit orientierten Handlungskompetenz. Professionalität im Berufsfeld Schule setzt demgemäß eine besonders ausgeprägte Bereitschaft voraus, sich durch Wissenschaft zu bilden und zugleich an seinem persönlichen Können zu arbeiten.

 

Etwa 800.000 Lehrkräfte (das sind fast 1 % der Gesamtbevölkerung in Deutschland) sind im Schuldienst tätig. Die Altersstruktur ist unausgeglichen. Auch in den nächsten zehn Jahren wird ein nennenswerter Anteil der aktiven Lehrerschaft aus dem Schuldienst ausscheiden. Junge Lehrerinnen und Lehrer braucht das Land.

 

Es gilt, bessere Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler und den Mangel an Lehrkräften gleichzeitig zu bewältigen. Und dies betrifft die Region in besonderer Weise. Das Studienseminar Leer fungiert dabei als Drehscheibe, Lehrkräfte in die Region zu holen und sie an die Schulen der Region abzugeben.