„Leben, Wohnen und Arbeiten – das muss nicht an der Grenze anhalten“, sagt Vincent ten Voorde. Die Botschaft des EDR-Geschäftsführers ist klar: Das Gebiet diesseits und jenseits der deutsch-niederländischen Grenze soll als gemeinsame Region begriffen werden – mit der Chance, von den jeweiligen Stärken der anderen Seite zu profitieren.
Als Gastredner begrüßte ten Voorde (Foto) heute 24 neu eingestellte Lehrkräfte, die ihren 18-monatigen Vorbereitungsdienst am Studienseminar Leer sowie an den Ausbildungsschulen in der Region absolvieren. Die Referendarinnen und Referendare werden ab dem zweiten Schulhalbjahr vor allem an Gymnasien und Gesamtschulen in Ostfriesland eingesetzt, darüber hinaus auch im nördlichen Emsland, im Ammerland und im Landkreis Cloppenburg.
Dass der gebürtige Niederländer vor dem pädagogischen Nachwuchs über grenzüberschreitende Zusammenarbeit sprach, war kein Zufall: „Lehrkräften kommt eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum geht, ein positives Bild von Europa zu vermitteln – je früher in der Schullaufbahn, umso besser.“

Ten Voorde stellte verschiedene Angebote der EDR vor, die auch für Schulen und Lehrkräfte von Bedeutung sind, darunter die Förderung von Schüleraustauschprojekten, das Projekt „Nachbarsprache“ sowie Interreg-Förderprogramme. Zudem sprach er über die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit in der Grenzregion sowie über den Austausch von Sicherheitskräften auf beiden Seiten der Grenze.
Das Studienseminar Leer widmet sich dem Thema Europa seit mehr als 30 Jahren intensiv in der Lehrkräfteausbildung und nimmt seit 2020 am EU-Bildungsprogramm Erasmus+ teil. Viele angehende Lehrkräfte belegen dort eine neu eingerichtete Zusatzqualifikation zum Thema „Europa in Schule und Unterricht“. Zum Sommer will sich das Studienseminar um den Titel „Europastudienseminar in Niedersachsen“ bewerben.
Fotos: Kösjan (Nr. 1), Ulrichs (Nr. 2-4)