Seit 2009 befindet sich das Studienseminar im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.
Seit 2009 befindet sich das Studienseminar im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.

Studienseminar Leer

Bürgerm.-Ehrlenholtz-Str. 15

26789 Leer (Ostfriesland)

Tel. 0491-71730

Fax  0491-72031

E-Mail:

leitung@studienseminar-leer.de

Öffnungszeiten:

 

Montag bis Donnerstag:

08.00 - 17.00 Uhr

 

Freitag:

08.00 - 12.00 Uhr

 

In den nieders. Schulferien ist die Verwaltung von 8.00 bis 12.00 Uhr besetzt.

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Kulturelle und sprachliche Vielfalt zentrale Herausforderung für Bildung in Europa

Gruppe vom Studienseminar Leer zu Gast in der schwedischen Hauptstadt

Das deutsch-schwedische Verhältnis war beim Besuch der Leeraner Gruppe in der Deutschen Botschaft in Stockholm ebenso Thema wie die Bildungspolitik. Foto: Wigers
Das deutsch-schwedische Verhältnis war beim Besuch der Leeraner Gruppe in der Deutschen Botschaft in Stockholm ebenso Thema wie die Bildungspolitik. Foto: Wigers

Passend am Tag der Europa-Wahl begann die Europa-Veranstaltung des Studienseminars Leer, die in diesem Jahr in Schweden stattfand. Und die Wahlergebnisse bestätigten das, was seit einiger Zeit unübersehbar ist: Europa befindet sich in einer Identitätskrise.

Umso mehr sieht sich das Studienseminar Leer aufgefordert, der europäischen Dimension in der Lehrerausbildung eine hervorgehobene Bedeutung beizumessen und sie durch Austausch und Begegnung mit Leben zu füllen.

 

Eine Besuchsgruppe war vom 25. bis zum 29. Mai 2014 in Stockholm. Wie stets bei den alljährlichen Exkursionen in ein europäisches Land, standen auch dieses Mal Informations- und Hospitationsbesuche an profilierten Schulen im Mittelpunkt.

 

Bereits äußerlich sichtbar durch ihre Unterbringung in stattlichen Gebäuden, zeichnen sich das Kungsholmens Gymnasium und das Östra Reals Gymnasium durch ihre lange Tradition, ihre hohen Ansprüche und ihre herausragenden Leistungen aus. Beeindruckend ist ebenfalls die Rinkeby-Schule mit ihrer Atmosphäre von weltweiter Vielfalt. Ihre 350 Schülerinnen und Schüler stammen aus 60 Ländern und sind in 40 Herkunftssprachen aufgewachsen. Vor welchen Problemen diese Schule steht und wie sie sie zu bewältigen versteht, nötigte der deutschen Besuchsgruppe größten Respekt ab.

Insgesamt ist das schwedische Schulwesen allerdings nicht mehr so modellhaft wie vor einigen Jahren noch. Zwar gibt es ein etabliertes Unterstützungspersonal an Kuratoren, Beratungslehrkräften, Sozialpädagogen und Schulschwestern, das wichtige Aufgaben wirkungsvoll erledigt; dem stehen aber Imageverlust und Gehaltsminderung der Lehrerinnen und Lehrer durch die vor einigen Jahren vollzogene Kommunalisierung gegenüber und ebenso ein beträchtlicher Abfall an Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Schülerinnen und Schüler. Schweden ist bei Vergleichsstudien so tief gefallen wie kein anderes Land.

All dies war neben aktuellen politischen Fragen Thema des jeweiligen Informations- und Gedankenaustauschs in der Deutschen Botschaft und im Goethe-Institut sowie weiteren Begegnungen mit Gesprächspartnern.

Beinahe überall standen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Wie kann es gelingen, der Bedeutung von Anspruch, Anforderung und Anstrengung beim Lernen Geltung zu verschaffen?
  • Was ist zu tun, um die Gewinnung, die Ausbildung und die Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern stärker ins Augenmerk zu rücken?
  • Wie können es die Bildungsinstitutionen in den Ländern Europas schaffen, die aus der kulturellen und sprachlichen Vielfalt resultierenden Anforderungen und Herausforderungen zu bewältigen, um allen jungen Menschen eine gesicherte Persönlichkeitsentwicklung mit Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen?
  • Was kann dazu beitragen, das europäische Bewusstsein zu stärken?
  • Was unternimmt Schweden, die gerühmte Attraktivität zu erhalten?

SJ