Seit 2009 befindet sich das Studienseminar im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.
Seit 2009 befindet sich das Studienseminar im City-Haus in der Leeraner Innenstadt.

Studienseminar Leer

Bürgerm.-Ehrlenholtz-Str. 15

26789 Leer (Ostfriesland)

Tel. 0491-71730

Fax  0491-72031

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Grenzenlos denken - neue Perspektiven gewinnen: Forschen, Diskutieren, Freunde finden

Nordmetall-Juniorakademie Papenburg 04.-11.10. 2013

Unter Leitung von Dr. Thomas Südbeck (2. v. l.) und  Tomma Mesch (4. v. l.) fand die Juniorakademie Papenburg statt. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie unter anderem von Assistentin Kathrin Jansen (4. v. r.)
Unter Leitung von Dr. Thomas Südbeck (2. v. l.) und Tomma Mesch (4. v. l.) fand die Juniorakademie Papenburg statt. Tatkräftige Unterstützung erhielten sie unter anderem von Assistentin Kathrin Jansen (4. v. r.)

Begabte, interessierte, neugierige und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I erlebten in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) 

unter der Leitung von Dr. Thomas Südbeck (HÖB) und Tomma Mesch (Gymnasium Rhauderfehn) nicht nur fachliche Herausforderungen, sondern auch ein intensives Zusammensein mit Gleichaltrigen und ähnlich Interessierten, wovon sich interessierte Lehrkräfte auch am öffentlichen Präsentationsnachmittag überzeugen konnten. Vertreter des Studienseminars Leer hospitierten in der Juniorakedemie unter besonderer Berücksichtigung des Aspektes der Begabtenförderung. 

In sieben Kursen wurde in sieben Tagen intensiv an verschiedenen Themen gearbeitet. Im Kurs zur Politik diskutierten Schüler eifrig und fundiert über die Zukunft der Europäischen Union, Lösungen für das „Problem Griechenland“ und die Bedeutung von politischen Entscheidungen in Deutschland für die Europäische Union. Im Kurs zur Ökologie erkundeten Schüler das Thema Moor: Die Schüler besuchten unter anderem verschiedene Moore, den Betrieb Klasmann-Deilman, der Hochmoortorf gewinnt und aufbereitet, und, als Beispiel für einen von der Torfindustrie abhängigen Industriezweig, einen Topfkräuterproduktionsbetrieb. Sie untersuchten die besonderen Eigenschaften von Torfmoosen und -boden und diskutierten die Frage nach dem Schutz der Moore. Zum Programm gehörten außerdem Kurse zur Physik, zur Robotik, zur Philosophie, zur Kunst und zur Musik. Von der fachlichen Seite her betrachtet ist das Tolle an einer Junior-Akademie, dass sich Schüler hier, anders als im Unterricht, in einer kleinen Gruppe von ca. 8-15 Schülern eine Woche ganz intensiv mit einem Thema auseinander setzen können.

In einer Juniorakademie soll aber keineswegs den ganzen Tag nur gelernt werden. In kursübergreifenden Aktivitäten konnten und sollten die Schüler täglich in den Bereichen Sport, Musik, Theater, Tanz oder ähnliches aktiv sein. Dieses Jahr boten, unter anderem, zwei Schüler einen Paartanzkurs an, zwei Studentinnen übten mit Schülern ein Musikstück im Orchester ein, während eine weitere Gruppe den Abschlussabend organisierte. Die intensive Zeit mit Gleichaltrigen und ähnlich Interessierten bietet den Schülern die Möglichkeit auch andere, noch nicht erfahrene oder selbst erlebte Chancen der Selbstentfaltung kennen zu lernen.

Teilnehmen an einer Juniorakademie, wie der Nordmetall-Juniorakademie, die in Papenburg bereits zum sechsten Mal stattfand, können Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8-10 an Gymnasien oder Gesamtschulen, die über besondere intellektuelle Befähigungen, eine ausgeprägte Leistungsmotivation und Anstrengungsbereitschaft verfügen, vielfältig interessiert sind und ein schnelle Ausfassungsgabe besitzen. Weitere Infos zur Juniorakademie erhalten Sie hier. (TH/AV)

Die Nordmetall-Juniorakademie Papenburg lud zur Abschlusspräsentation ein

Von Wilma Averes und Frauke Thees

Begeisterte und begeisternde Lernende hatten miteinander neue Welten erkundet, deren Ergebnisse sie mit derselben Energie und Freude präsentierten, mit denen diese bis zur letzten Minute erarbeitet wurden.

Durch das kurzweilige Rahmenprogramm führte der Hausherr Dr. Thomas Südbeck mit Witz und Charme. Es wurden nicht nur von den Schülern komponierte Musikstücke dargeboten - und zwar so, dass jegliches Flüstern mit einem "Pscht!" der Schüler unterbunden wurde und alle ganz Ohr waren; es wurden auch die Einblicke des Philosophiekurses "Grenzenlos denken" ideenreich szenisch dargestellt: Platon, Francis Bacon und auch Freud wurden präsentiert, Thomas Morus´ Konzeption von Utopia wurde in seiner Bedeutung für Mann, Frau und Kinder sehr eindrücklich veranschaulicht.

Viele wichtige Persönlichkeiten - Herr Golinski und Frau Kerker von der Nordmetall-Stiftung; Frau Dr. Behrens vom Niedersächsischen Kultusministerium, Frau Mull als zuständige Regierungsschuldirektorin, Herr Gröschl als Projektleiter von Musik 21, Bürgermeister Bechtluft, und Herr Andres Deuling als Leiter des Bildungsbüros der Bildungsregion Emsland - ließen es sich nicht nehmen, dem anspruchsvollen und vergnüglichen Treiben ihre Ehre zu erweisen, doch kam es nicht zu einem Grußwortmarathon, nein: Man durfte zwei Zettel ziehen, auf denen Fragen aus den in den Kursen behandelten Themen notiert waren, die teilweise kurzfristig sprachlos und damit auch auf dieser Ebene deutlich machten, wie detailfreudig bereits in der Schule Spezialwissen angehäuft wird, das nicht ohne Weiteres über die eigenen Fächergrenzen hinweg verstanden werden kann. Darüber in ein - wie sich immer wieder bei den folgenden Präsentationen zeigte - Gespräch zu kommen und von der Faszination und Freude der Kursteilnehmer und Kursleiter angesteckt zu werden, war so erhellend wir ermutigend.

Der anschließende Rundgang über das Gelände wie durch die verschiedenen Kurse diente Schülern, Lehrenden und Gästen dazu, sich von dem jeweiligen Vorhaben, der Arbeit in der Woche und den Ergebnissen und vor allem dem Stolz auf die eigenen Erfahrungen, Erkenntnisse und Produkte gefangen nehmen zu lassen.

Und man glaubte es sofort, dass die jungen natur- und geisteswissenschaftlichen Forscher und Künstler die Nächte durchgemacht hätten, wäre der jeweilige Arbeitsraum nicht um 21 Uhr verschlossen worden. "Das war unglaublich anstrengend, und das ärgert einen auch, wenn das dann einfach nicht klappt, aber das hat soooo viel Spaß gemacht..., das war einfach toll!" Diese Äußerung konnte man vielfältig hören - auch von den Lehrenden, die sich freuten, hier in den Ferien trotz Erholungsbedürftigkeit arbeiten zu dürfen; diese Erlebnisse wurden vom Künstler und IGS-Lehrer in Wilhelmshaven Ahlrich van Ohlen als echtes Geschenk empfunden; die veränderte Rolle, nicht primär der Lehrer, sondern der Fachmann zu sein, der von sehr unterschiedlichen, offenen, lernbegierigen und eigenständigen Schülern, die selbst bestimmt am eigenen Thema arbeiten wollen, quasi partnerschaftlich "genutzt" wird, wurde als besonders bereichernd erlebt.

So steht es zu hoffen, dass diese Form des gemeinsamen Lebens und Lernens in der dazu so geeigneten HÖB weiterhin von den Schulen im Nordwesten genutzt wird und durch den Blick auf die Deutsche Schülerakademie für die Oberstufe Ergänzung findet.