Mit einer feierlichen Zeugnisübergabe verabschiedete das Studienseminar Leer den Kurs 08-2024 heute aus dem Vorbereitungsdienst. Erstmals fand die Abschlussfeier im Meerwarthaus am Großen Meer in Bedekaspel statt. Dort blickten Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Gäste gemeinsam mit den Referendarinnen und Referendaren auf eine intensive Ausbildungszeit zurück.
Seminarleiter Dr. Jelko Peters griff in seiner Rede die Besonderheit des Kurses auf: seine Größe. Mit 13 Teilnehmenden habe der Kurs eine Zahl, die mathematisch interessant sei und kulturell zwischen Glücks- und Unglückssymbol schwanke. Peters spannte einen humorvollen Bogen von der Primzahl über die Fibonacci-Folge bis hin zu gängigen Aberglaubensvorstellungen und schlug damit den Ton für eine zugleich nachdenkliche und heitere Betrachtung des Kurses an. Auch die gemeinsame Europatagung in Vilnius hob er als prägendes Erlebnis hervor, das fachliche Impulse und gemeinschaftliche Erfahrungen miteinander verbunden habe.

Angelehnt an Michael Endes „Wilde 13“ stellte Peters zugleich klar, dass der Vergleich nur bedingt passe: Zwar habe es gelegentlich kleine Momente des Chaos gegeben, insgesamt jedoch habe sich der Kurs als verlässlich, pragmatisch und lösungsorientiert erwiesen. Besonders betonte er den wertschätzenden Umgang mit den Schülerinnen und Schülern, die sich im Unterricht sichtbar wohlgefühlt hätten – ein zentrales Qualitätsmerkmal guter pädagogischer Arbeit.
Die Ergebnisse der Staatsprüfung stellte der stellvertretende Seminarleiter Stefan Ulrichs vor. Zwölf von dreizehn Prüfungen seien bereits im ersten Anlauf bestanden worden. Auffällig sei vor allem die Stärke im praktischen Unterrichten: „Blickt man auf die Prüfungsunterrichte, so stand allein bei 15 Unterrichtsstunden am Ende eine Eins oder eine Zwei vor dem Komma“, sagte Ulrichs. Die schriftlichen Arbeiten fielen im Mittel eine halbe Notenstufe schwächer aus. „Entscheidend ist letztendlich, dass Sie souverän und kompetent unterrichten und vertrauensvoll mit Ihren Schülerinnen und Schülern umgehen.“

Mehr als zwei Drittel der Referendarinnen und Referendare belegten zudem freiwillige Zusatzqualifikationen. Acht Zertifikate wurden vergeben, überwiegend im Bereich „Europa in Schule und Unterricht“, eines in „IKT-Medienpädagogik“. Damit war für viele ein erheblicher zusätzlicher Arbeitsaufwand durch weitere Seminare, Unterrichtsbesuche und Leistungsnachweise verbunden. „Das zeugt von hohem Engagement.“
Für herausragende Leistungen zeichnete das Studienseminar – unterstützt durch den Förderkreis für Bildungsinitiativen – Lara Däkena vom Ulrichsgymnasium Norden und Dominik Ehrst vom Albrecht-Weinberg-Gymnasium Rhauderfehn aus. Beide erzielten das beste Gesamtergebnis des Kurses, Ehrst darüber hinaus die beste schriftliche Arbeit.

Einen besonders persönlichen Akzent setzte Dominik Ehrst anschließend selbst: Der Musik- und Niederländischlehrer trug ein eigens verfasstes, humorvolles Gedicht über den Vorbereitungsdienst vor und sorgte damit nicht nur für Schmunzeln unter den Referendarinnen und Referendaren, sondern zugleich auch für einen gelungenen Übergang in den geselligen Teil des Abends. (RED)
Fotos: Peters, Ulrichs